Dalmatiner

Rasseprofil Dalmatiner

Steckbrief
FCI-Gruppe: Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen; Sektion 3
Größe: Hündin 54–60 cm; Rüde 56–62 cm
Gewicht: Hündin 24–29 kg; Rüde 27–32 kg
Wesen: freundlich, lebhaft, sensibel
Lebenserwartung: 10–13 Jahre
Farben: weiß/schwarz, weiß/braun, weiß/orange, weiß/lemon, weiß/blau, weiß/brindle, weiß/sable, tricolor
Herkunft: möglicherweise Kroatien, England oder die Türkei
Funktion: früher Kutschenbegleithund; heute Familienhund
häufige Krankheiten: Dalmatiner-Syndrom, Taubheit

Aussehen
Der überall bekannte Dalmatiner, auch Tigerhund genannt, ist weiß mit schwarzen Punkten. Sein Fell ist kurz. Langhaarige Exemplare kommen vor, sind in der Zucht aber unerwünscht.
Neben der klassischen weiß/schwarzen Färbung ist auch der weiße Dalmatiner mit braunen Punkten verbreitet. Seltener sind Varianten mit hellen Punkten (Sable, Lemon und Orange), grauen (weiß/blau) oder gestromten (Brindle). All diese Farbschläge sind eher selten und nicht anerkannt. Ebenso ist es beim dreifarbigen Tigerhund.
Der Körperbau des Dalmatiners ist schlank. Er hat einen langen Brustkorb, muskulöse Schultern und eine gerade Rückenlinie. Seine lange Rute ist sichelförmig.
Sein Kopf sitzt auf einem ebenfalls schlanken, eleganten Hals. Er hat recht große, hoch ansetzende Schlappohren und runde, meist dunkelbraune oder bernsteinfarbene Augen.
Die Welpen kommen weiß zur Welt. Ihre Flecken entwickeln sich nach etwa zwei Wochen. Bis der Hund ausgewachsen ist, kann sich die Musterung noch verändern.

Charakter
Dalmatiner gelten als freundliche, etwas wilde Familienhunde, die viel Bewegung benötigen. Verhaltensprobleme sind häufig auf dauerhafte Unterforderung zurückzuführen. Plane für deinen Vierbeiner mindestens zwei Stunden intensive, tägliche Bewegung ein. Besser ist es, du sorgst dafür, dass er drei bis vier Stunden am Tag laufen kann. Die Tiere sind in der Regel begeisterte Jogger und Schwimmer.
Tigerhunde lieben nicht nur körperliche Bewegung, sondern setzen außerdem gern sowohl ihre Nase als auch ihren Kopf ein. Denk- und Suchspiele werden von ihnen gut angenommen. Kunststücke und Kommandos lernen sie schnell. Für sie eignen sich daher Sportarten wie Agility, Mantrail und Obedience sehr gut.
Ein weiteres Merkmal, was viele Tigerhunde mitbringen, ist Sensibilität. Sie wird von ungeduldigen Besitzern oft mit Sturheit verwechselt. Tatsächlich sind die Vierbeiner anpassungsfähig, sie brauchen jedoch viel Feingefühl, Ruhe und Liebe.
Ein so gehaltener Dalmatiner liebt es, mit dir auf dem Sofa zu schmusen und ausgelassen zu spielen. Er ist dein Gefährte und Freund.

Erziehung
Die Sensibilität des Dalmatiners macht eine angepasste Erziehung nötig. Mit Härte, Strenge und Strafen erreichst du bei ihm nichts. Ist der Vierbeiner überfordert, zeigt er das durch Nervosität und Unterwürfigkeit. Viele Tiere gehen auch auf Distanz, wenn sie merken, ihr Halter verliert die Geduld. Das Ergebnis ist ein gestörtes Verhältnis zwischen Mensch und Hund.
Begegne ihm stattdessen freundlich und gelassen. Achte beim Training auf eine reizarme Umgebung und arbeite mit positiver Verstärkung anstatt mit Tadel.
Diese gepunktete Rasse reagiert hervorragend auf Klickertraining. Der Klicker markiert den exakten Moment, den du belohnen möchtest. Für einen so sensiblen Hund ist Genauigkeit im Training ebenso wichtig wie das anschließende Lob.
Ebenso sieht es bei der Konsequenz aus. Tigerhunde verstehen Regeln gut, wenn diese beständig sind. Darf der Hund heute aufs Sofa, sollte es morgen auch noch erlaubt sein.

Pflege
Das gefleckte Fell braucht kaum Pflege. Gelegentliches Bürsten reicht völlig aus.
Kontrolliere seine Schlappohren regelmäßig. In ihnen können sich Pilze und Keime gut vermehren, sodass die Tiere häufiger an Ohrentzündungen leiden. Nach dem Baden solltest du seine Ohren daher abtrocknen.
Schaue deinem Hund alle paar Wochen ins Maul, um Zahnstein frühzeitig zu entdecken. Mit harten Kauartikeln beugst du der Bildung vor.

Gesundheit
Tigerhunde leiden überdurchschnittlich oft an Hüftdysplasie. Um Probleme mit der Hüfte auszuschließen, lasse deinen Junghund mit etwa acht Monaten tierärztlich untersuchen.
Diese Rasse ist besonders anfällig für Taubheit. Der Grund liegt in einer Störung der Pigmentbildung. Daher sind Hunde mit weißen Ohren oder einem hauptsächlich weißen Gesicht häufiger betroffen. In einer im Jahr 2000 veröffentlichten Studie stellten Forscher bei fast 20 % der untersuchten Hunde Taubheit fest.
Auch gelegentlich auftretende, blaue Augen scheinen Taubheit zu begünstigen. Daher werden Hunde mit blauen Augen, ein- oder beidseitig, oftmals von der Zucht ausgeschlossen.
Das Dalmatiner-Syndrom ist eine rassetypische Erbkrankheit, bei der es durch eine Stoffwechselstörung vermehrt zu Harnsteinen kommt. Betroffene Tiere leiden an einem erhöhten Harnsäurespiegel, der besonders bei Rüden zu Blasen- und Nierensteinen in Form von Ammoniumuratkristallen führt.
Durch eine purinarme Ernährung kannst du die Symptome verringern. Der Harnsäurespiegel bleibt erhöht, führt aber seltener zu Harnsteinen. Verzichte auf die Fütterung von Innereien und Rindfleisch. Achte bei Trockenfutter darauf, dass der Rohproteingehalt bei höchstens 15 % liegt.

Geschichte
Die genaue Herkunft des Dalmatiners ist nicht bekannt. Jahrtausende alte Abbildungen in Griechenland und in Grabstätten altägyptischer Pharaonen lassen den Schluss zu, dass die Vorfahren der heutigen Hunde aus diesem Raum stammen.
Im Mittelalter war der gepunktete Hund bereits in ganz Europa bekannt und beliebt. Man setzte ihn als Kutschenbegleithund ein. Seine Aufgabe war es, Wildtiere und Angreifer fernzuhalten. Daher hat der Petit Danois, wie die Rasse auch genannt wurde, seine hohe Ausdauer.
In den USA liefen die Vierbeiner bei einem Feuerwehreinsatz dem Pferdewagen voraus und sorgten mit wildem Gebell für eine freie Fahrt. Bis heute ist der Dalmatiner ein beliebtes Maskottchen der amerikanischen Feuerwehr.